Impressionen von der Frankfurter Buchmesse 2017

Impressionen von der Frankfurter Buchmesse 2017

Letzte Beitragsänderung erfolgte am 24.12.2017.

Comic, Cosplay, coole Bücher! Ich habe wunderbare Tage auf der Frankfurter Buchmesse verbracht und viele schöne Eindrücke mitgenommen. Hier meine Impressionen von der Frankfurter Buchmesse 2017!

Comic, Manga, BD

Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, dieses Jahr so viel Zeit mit dem Thema Comics auf der Frankfurter Buchmesse zu verbringen. Mein erster Eindruck in Halle 3.0 war erst einmal enttäuschend: Abgesehen von den großen Ständen von Egmont, Carlsen, dem Stand der Satire-Zeitschrift „Titanic“ und eins, zwei Anime-Merchandise-Ständen war von Comics in der Halle 3.0 nicht viel zu finden. Leider gibt es den Comic-Shop auch nicht mehr, an dem man sich früher einen guten Überblick über aktuelle Comic-Neuveröffentlichungen verschaffen konnte.

Das ist nun einmal das Elend in Deutschland: Im Gegensatz zu Frankreich wird Comic nicht als „neuvième art“, also als 9. Kunstgattung, anerkannt, sondern immer in die Kategorie Kinderliteratur eingeordnet.

Erst relativ spät habe ich erfahren, dass es einen eigenen Cosplayer-Bereich in Halle 1.1 gab, in welchem sich dann auch ein paar Comic- und Manga-Stände fanden.

Podiumsdiskussion „Schwere Themen, leichte Lektüre? Doku-Comics aus Europa“

Nichtsdestoweniger war meine erste Veranstaltung eine zum Bereich „Graphic Novel“: Am Weltempfang sah ich eine Podiumsdiskussion zum Thema „Schwere Themen, leichte Lektüre? Doku-Comics aus Europa“. Der bekannte franko-kanadische Comic-Zeichner Guy Delisle, der spanische Fotograf Carlos Spottorno und sein Journalisten-Kollege Guillermo Abril sowie die Zeichnerin Alice Socal stellten ihre letzten Werke vor:

Carlos Spottorno, Guy Delisle, Alice Socal und Guillermo Abril a
Carlos Spottorno, Guy Delisle, Alice Socal, Guillermo Abril (© fduprel)
  • Guy Delisle präsentierte seine neue Graphic Novel „Geisel“ (auf Deutsch bei Reprodukt 2017 erschienen): Er stellt die wahre Geschichte eines Bekannten so vor, wie dieser sie ihm erzählt hat. Sein Bekannter Christophe André, ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, war von tschetschenischen Separatisten entführt worden, hatte aber Glück und kam letztendlich wieder frei.
  • Carlos Spottorno und Guillermo Abril haben zusammen zum Thema „Europa und Flüchtlinge“ recherchiert. Als die Recherchen und das Fotomaterial immer umfangreicher wurden, haben sie beschlossen, alles in Form einer „Foto-Graphic-Novel“ zu veröffentlichen: Statt Zeichnungen enthält „Der Riss“ (auf Deutsch beim Avant-Verlag 2017 erschienen) Fotografien, die so verfremdet wurden, dass sie fast wie Zeichnungen aussehen.
  • Alice Socal, die kurzfristig für den italienischen Comicautor Igort eingesprungen ist, zeigte ihren Kurzcomic „Von der Sahara in die U-Bahn“, den sie zusammen mit dem Journalisten Ahmed Mohammed Omer im Rahmen des Projekts „Alphabet des Ankommens“ der Bundeszentrale für politische Bildung geschaffen hatte: Bei diesem Projekt fanden sich jeweils zwölf JournalistInnen und ZeichnerInnen zusammen, um paarweise eine Comicreportage „über den Neuanfang in einem fremden Land“ zu gestalten.

Mein persönliches Highlight der Messe: ZEP signiert …

Ich habe eine Zeichnung mit Autogramm von ZEP ergattert!!!

Autogramm von ZEP (© Zeichnung: ZEP)
Autogramm von ZEP (© Zeichnung: ZEP) – Dabei würde ich dem armen Titeuf doch niemals so eine Frisur angedeihen lassen!

Und wem habe ich das zu verdanken? Euch, all ihr lieben ignoranten deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürger! Oder wie es ein anderer Schlange-Stehender ausdrückte: Wären wir in Frankreich, würden wir an ZEP überhaupt nicht herankommen. Aber da sich in Deutschland nur eine kleine wissende Mehrheit für Comics, BD und Manga interessiert, war die Schlange am Carlsen-Stand recht überschaubar und ZEP konnte sich Zeit nehmen, für jeden eine liebevolle Titeuf-Zeichnung zu gestalten. Und Band 14 von „Titeuf“, der im August auf Deutsch erschienen ist, konnte ich auch gleich mitnehmen (auch wenn ich „Titeuf“ eigentlich lieber auf Französisch lese).

Comic-Autor Yoann an der Gutenberg-Presse

Frankreich war dieses Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse.

Frankreich-Pavillon auf der Frankfurter Buchmesse 2017 (Foto: © 2017 fduprel)
Frankreich-Pavillon auf der Frankfurter Buchmesse 2017 (Foto: © 2017 fduprel)

Im Frankreich-Pavillon in Forum F.1 gab es neben labyrinth-artig angeordneten großen Holzregalen für Bücher und einer Ausstellung zum Thema „bande dessinée“, kurz: „BD“ (franz. Begriff für Comic) auch eine Gutenberg-Presse, an der französische Autorinnen und Autoren die ersten Seiten ihrer neuen Werke selbst (mit sachkundiger Unterstützung) druckten.

Hier seht ihr Yoann (eigentlich: Yoann Chivard), der als Comic-Autor zusammen mit dem Zeichner Fabien Vehlmann aktuell die belgische Serie „Spirou & Fantasio“ fortführt:

Manga-Autorin Inga Steinmetz signiert …

Selbst die meisten Cosplayer in Halle 1.1 hatten nur Augen für die nächste Cosplay-Garderobe und übersahen wohl, dass dort Inga Steinmetz ihren Manga „Schneeballen – Verliebt in Japan“ (Carlsen Verlag 2017) signierte. Jedenfalls musste ich nicht anstehen, obwohl das ein wirklich schöner Manga ist …

Cosplayer

Auch wenn die Cosplayer in eine eigene Halle „verbannt“ wurden, konnte man die schönen Kostüme überall auf dem Messegelände bewundern. Danke, liebe Cosplayer, dass ihr die Welt so bunt macht!

Cosplay Corner: alles, was das Cosplayer-Herz begehrt ….

In Halle 1.1 fanden Cosplayer alles, was ihr Herz begehrt: Kostüme, Perücken, aber auch Manga, Anime etc. – Nun ja, vielleicht doch nicht alles, denn Katzenohren in den Farben, die sich eine mir bekannte Katzenohrträgerin wünschte, gab es leider nicht …

Japanische Verlage auf der Frankfurter Buchmesse

In Halle 4.0 fand ich die Stände der japanischen Verlage, der Japan Foundation und des Generalkonsulats. Neben vielen originalsprachlichen Manga gab es auch zweisprachige, japanisch-englische Titel über die japanische Kultur.

Am Stand des Generalkonsulats durften die Besucher unter Anleitung Origami-Figuren falten oder Servietten-Blüten basteln.

Mein Fazit

Das war für mich ein rundum gelungener Ausflug zur Frankfurter Buchmesse mit vielen Japan-Elementen!

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

*