Tag der Volljährigkeit – Seijin no hi (成人の日)

Letzte Beitragsänderung erfolgte am 12.09.2022.

Heute begeht man in Japan den „Tag der Volljährigkeit“. Dieser Feiertag, der auf Japanisch „seijin no hi“ (成人の日 / せいじんのひ) heißt, fällt immer auf den zweiten Montag im Januar. Die frisch gebackenen Erwachsenen werfen sich in Schale und lassen sich feiern.

„Tag der Volljährigkeit“ – „Seijin no hi“ (成人の日 / せいじんのひ)

In Japan erreicht man die Volljährigkeit erst mit zwanzig Jahren. Das heißt, Japaner müssen das zwanzigste Lebensjahr vollendet haben, um zum Beispiel offiziell rauchen und Alkohol trinken zu dürfen. (Den Führerschein dürfen sie hingegen schon mit 18 Jahren machen, und auch das Wahlalter wurde auf 18 Jahre herabgesenkt.)

Am „Tag der Volljährigkeit“ findet eine Zeremonie für alle, die zwischen dem 2. April des vergangenen und dem 1. April des gegenwärtigen Jahres das zwanzigste Lebensjahr vollendet haben und vollenden werden, statt. – Früher musste man das 20. Lebensjahr an diesem Tag bereits vollendet haben. Die neue Regelung orientiert sich am Beginn des Schul- und Studienjahres zum 1. April, damit alle jungen Erwachsenen eines Jahrgangs zusammen feiern können. Weil an diesem Tag die meisten nach Hause zurückkehren, verbinden manche den Feiertag auch gleich mit einem Klassentreffen.

Die Zeremonie heißt „seijin-shiki“ (成人式 / せいじんしき). Dabei weist zum Beispiel der Bürgermeister oder ein anderer Vertreter der Stadt die jungen Japanerinnen und Japaner im offiziellen Rahmen auf die neuen Rechte und Pflichten hin, die das Erwachsenenalter mit sich bringt.

Seijin no hi am 8. März 2000 (Autor: kcomiida; Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de)
Seijin no hi am 8. März 2000 (Autor: kcomiida; Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de)

Zur Feier das Tages ziehen die jungen Frauen meist einen Kimono an, und zwar einen „furisode“ (振袖 / ふりそで), das heißt jenen Kimono mit langen Ärmeln, den traditionellerweise unverheiratete Frauen tragen. Die meisten jungen Männer tragen zur Zeremonie heutzutage hingegen nicht mehr traditionell japanische Kleidung, wie den Hakama (袴 / はかま), sondern einen dunklen westlichen Anzug.

Nach der Zeremonie feiern die frisch gebackenen Erwachsenen häufig im Familien- und Freundeskreis weiter. Zuweilen kommt es bei Feiern unter den jungen Erwachsenen auch zu Alkoholexzessen, weil sie nun offiziell Alkohol trinken dürfen.

Video über „seijin no hi“ 2017 (YouTube-Video von NipponNewsNet vom 09.01.2017)

Ursprung

Ein gesetzlicher Feiertag ist „seijin no hi“ erst seit 1948. Bis 1999 fand er immer am 15. Januar statt. Seit dem Jahr 2000 fällt der Feiertag jedoch jeweils auf den zweiten Montag im Januar. Er gehört somit zum „happy monday system“ (ハッピーマンデー制度 / はっぴいまんでいせいど): Durch die Festlegung auf einen Montag ergibt sich ein langes Wochenende. Dies kommt vor allem jenen jungen Erwachsenen zugute, die bereits für Studium oder Beruf in eine andere Stadt gezogen sind und dank des freien Montags nun bequem in ihre Heimat zur Zeremonie, „seijin-shiki“, fahren können.

Der ursprüngliche shintoistische Übergangsritus ist aber viel älter:

  • Für Jungen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren wurde der Übergang zum Erwachsenenalter mit der Zeremonie „genpuku“ (元服 / げんぷく) begangen: Die Jungen gingen zum örtlichen Schrein und trugen zu diesem Anlass zum ersten Mal Erwachsenenkleidung und die Frisur eines Erwachsenen. Auch erhielten sie einen neuen Namen anstelle ihres bisherigen Kindernamens. In der Heian-Zeit war die Zeremonie auf Sprösslinge des Hof- und Schwertadels beschränkt. Später wurde sie auf Jungen anderer sozialer Schichten ausgeweitet.
  • Für Mädchen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren gab es als Äquivalent die Mündigkeitszeremonie „mogi“ (裳着 / もぎ), bei der sie zum ersten Mal einen langen Damenrock, „mo“ (裳 / も), trugen.

Links/Quellen

 

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