Mund-Nasen-Behelfsmasken mit japanischen Stoffen

Mund-Nasen-Behelfsmasken mit japanischen Stoffen

Letzte Beitragsänderung erfolgte am 18.06.2020.

In Deutschland gibt es immer mehr Lockerungen der Coronaschutzbestimmungen. Da erscheint es mir umso wichtiger, über ausreichend Mund-Nasen-Behelfsmasken zu verfügen, um mich und andere zu schützen. Ein Set von fünf bis sechs selbstgenähten Masken erlaubt es, die Behelfsmasken ausreichend oft zu wechseln und dann gesammelt bei 60 Grad zu waschen. Um mir das im Moment sehr ferne Japan nahe zu bringen, habe ich Masken aus japanischen Stoffen genäht. So kann ich, wenn ich eine Maske trage, immer auch an Japan denken.

Maskentragen in Japan

Bei meinem ersten Besuch in Japan war ich überrascht, wie viele Menschen auf der Straße oder in der Bahn Masken trugen. Erst nach einer Weile habe ich verstanden, dass die Japanerinnen und Japaner die Masken weniger zum Eigenschutz als zum Schutz anderer tragen. Wenn man in Japan erkältet ist, trägt man eine Maske, um die Umgebung vor Ansteckung zu schützen.

Erst wegen der Coronakrise hat man sich auch in Deutschland mit der Frage beschäftigt, ob das Tragen von Masken sinnvoll ist oder nicht. Mittlerweile sind die meisten Wissenschaftler überzeugt, dass das Tragen von Masken mit dazu beitragen kann, die Verbreitung des Virus zu dämmen.

Dabei bleibt natürlich immer zu bedenken: Abstandhalten ist die erste und wichtigste Maßnahme! Maskentragen ist eine zusätzliche Schutzmaßnahme, vor allem in geschlossenen Räumen.

Wahl der Maskenform

Mittlerweile gibt es ja sehr viele Anleitungen und Online-Videos für Mund-Nasen-Behelfsmasken. Großes Dankeschön an all die fleißigen Näherinnen und Näher, die uns weniger Nähbegabte mit ausführlichen Tipps anleiten! Bei dieser Fülle an Angeboten steht man natürlich aber auch vor der Qual der Wahl.

Ich habe mich im Netz ein bisschen umgeschaut und mich dann für die Variante, wie sie masken.berlin beschreibt, entschieden:

Weshalb ich mich für die Variante von masken.berlin entschieden habe

  • Meine ersten Masken habe ich geschenkt bekommen. Sie sind vom Typ „gefaltetes Rechteck“, und ich hatte beim Tragen immer das Bedürfnis, an Nase und Kinn herumzuzupfen, um zu überprüfen, ob beide Bereiche wirklich noch abgedeckt sind. Deswegen wollte ich nun die andere Variante ausprobieren, die ich hier einmal „Haubenvariante“ nenne, weil ich noch keine Bezeichnung dafür gefunden habe. Bei dieser Variante wählt man vor dem Nähen eine Schnittschablone der passenden Größe. Die Maske hat eine eigene Kinnpartie und legt sich eng um den Bereich von Nasenrücken bis Kinn an.
  • Bei den Anleitungen für die „Haubenvariante“ gibt es solche, bei denen man die Frontpartie aus zwei Teilen zusammennäht, und solche, bei denen die Frontpartie durchgängig ist. Ich finde, dass ein Stoffmotiv ohne Mittelnaht schöner aussieht. Deswegen habe ich mich für das Modell von masken.berlin entschieden, bei der die Frontpartie aus einem Stoffteil ist.
  • Das Modell von masken.berlin besitzt eine Filtertasche. In diese kann man einen Filter oder zwei Lagen Küchenpapier einlegen. Das heißt, ich kann selbst bestimmen, wie dicht die Maske sein soll. Laut der Anleitung von masken.berlin filtere eine reine Stoffmaske ohne Filtereinlage circa 8 % der Viren; mit einer Filtereinlage aus doppellagigem Küchenpapier filtere sie bis zu 91 % (Angaben ohne Gewähr!). – Allerdings ist das Atmen durch die Stoffmaske bereits ohne Filtereinlage erschwert.
  • Man kann den Nasendraht vor dem Waschen entfernen, da er in einen Stofftunnel eingeführt wird. Auch die Gummibänder kann man gegebenenfalls entfernen; sie werden ebenfalls durch einen Stofftunnel gezogen.

Meine Masken

Meine persönlichen Erfahrungen

Nähen der Masken

Ergänzend zu den Angaben der Anleitung von masken.berlin kann ich von folgenden Erfahrungen berichten:

Vorbereitung

  • Vor dem Nähen sollte man die Stoffe bei 60 Grad waschen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Masken beim Waschen später eingehen.
  • Schnittmuster: Das Schnittmuster „Medium“ hat gut für meinen Mann gepasst. Für mich selbst musste ich eine kleinere Version anlegen. Mittlerweile enthält die Anleitung von masken.berlin aber auch eine „Small“-Version. Auf jeden Fall sollte man vorher mit einem Maßband die tatsächliche Länge der Gesichtspartien der Person, für die die Maske bestimmt ist, ausmessen und prüfen, ob das ungefähr einem der Schnittmuster entspricht. Beim Ausmessen sollte man den Mund leicht öffnen, damit man später auch mit Maske den Mund zum Sprechen öffnen kann.
  • Materialien:
    • Außenstoff: Hierfür habe ich extra japanische Stoffe gekauft (nicht billig). Wenn man Wert darauf legt, am Ende einen schönen Motivausschnitt zu haben, bedeutet dies leider Stoffverschwendung. Nächstes Mal würde ich besser darauf achten, dass die Motivelemente relativ klein und in einer Richtung ausgerichtet sind. (Bei einem meiner Stoffe mit Kranich-Motiv hatte ich Probleme, weil das Kranichmotiv einmal nach oben, einmal nach unten ausgerichtet ist. Da blieb sehr viel Verschnitt übrig.)
    • Innenstoff: Hierfür habe ich alte T-Shirts verwendet. (Nach all der Zeit hat es sich also doch gelohnt, sie nicht weggeworfen zu haben …)
    • Gummiband (Beide folgenden Varianten hatte ich glücklicherweise da. Aktuell ist es ja schwierig geworden, passendes Gummiband zu kaufen.):
      • Mein Mann trägt das Gummiband gerne hinter den Ohren, sodass ich normales 7 mm breites Gummiband verwendet habe.
      • Für mich selbst habe ich eine schwarze Gummikordel mit 1,5 mm Breite verwendet. Mir rutschen Gummibänder zu leicht von den Ohren. Außerdem rät die Anleitung von masken.berlin auch zur Variante, bei der man die Kordel hinter dem Kopf befestigt.
    • Gummikordel-Stopper: Ich habe zuerst Holzperlen zum Festziehen der Kordel verwendet. Das hielt aber nicht so gut. Also verwende ich nun kleine Kordelklemmen.

      Foto: Maske mit Kordelklemme (© 2020 fduprel)
      Maske mit Kordelklemme (© 2020 fduprel)
    • Nasendraht: Hierfür habe ich Bonsai-Draht (1,5 mm) verwendet. Kein Scherz! Ich hatte vor einer Weile den Draht für unseren „Anfänger-Bonsai“ gekauft. Dieser hat aber trotz aller Bemühungen das Zeitliche gesegnet. Den Draht konnte ich nun gut gebrauchen: Er ist nicht zu dünn. Zudem lässt er sich leicht biegen, ohne beim Tragen die Form zu verlieren.

      Foto: Nasendrähte aus Bonsaidraht
      Drei Nasendrähte aus Bonsaidraht (© 2020 fduprel)

Näherfahrungen

  • Das Nähen der ersten Maske hat gefühlt ewig gedauert. Es sind sehr viele kurze Nähte zu nähen. Und das parallele Abspielen der Video-Anleitung und Lesen der Anleitung haben beim ersten Mal natürlich entsprechend viel Zeit in Anspruch genommen.
  • Für ein bisschen „Automatisierung“ hat Folendes gesorgt:
    • Ich habe unser Wohnzimmer für zwei Tage in Beschlag genommen und dort Nähmaschine und Bügelbrett nebeneinander aufgebaut.
    • Mithilfe der Schnittmuster habe ich mehrere gleiche Stoffteile hintereinander ausgeschnitten.
    • Gleiche Arbeitsschritte für alle Masken habe ich hintereinander ausgeführt.
  • Merke: Kleinere Maske bedeutet fieseligeres Arbeiten (noch kürzere Nähte!).
  • Ich glaube seit der Nähaktion ein bisschen an Nähmaschinen-Voodoo: Nach einer Weile passte die Unterfadenspannung nicht mehr: Die Naht löste sich von selbst auf. Alles Herumdoktern an der Fadenspannung half nichts. In irgendeinem Online-Forum habe ich dann gelesen, man solle die Nähmaschine komplett vom Strom nehmen. Und siehe da: Nachdem ich das Stromkabel einmal aus- und wieder eingesteckt hatte, stimmte die Fadenspannung wieder. Mysteriös …

Praxistest der Masken

  • Ich habe die Masken mittlerweile mehrfach bei 60 Grad gewaschen. Sie sind nicht eingegangen und halten bisher die Farbe gut.
  • Bei einer Maske habe ich den Stoffkanal für den Nasendraht zu eng genäht. Prompt ist der T-Shirt-Stoff an der Naht etwas eingerissen.
  • Es ist schon leicht anstrengend, durch die Masken zu atmen. Ich bin vor allem erstaunt, dass meine Atmung offensichtlich schon bei leichtem Treppensteigen so stark zunimmt, dass ich von Nasen- auf Mundatmung umschalten muss. Ohne Maske war ich mir der beschleunigten Atmung bei leichter Anstrengung überhaupt nicht bewusst.
  • Mit Filtereinsatz habe ich die Masken noch nicht getragen. Aber es beruhigt, in beengten Situationen die Dichtigkeit notfalls erhöhen zu können.

Weiterführende Links

 

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